Cable Street Beat

Cable Street Beat Gütersloh hat das Symbol der Szene entworfen
Cable Street Beat Gütersloh hat das Symbol der Szene entworfen

Steckbrief Cable Street Beat

Herkunftsland: Großbritannien / London

Hochphase: in Deutschland ab den 1990er

Synonyme: CSB (Abkürzung Cable Street Beat)

Außenbezeichnungen:

typische Vorurteile:

Vorbilder: die jüdische Gemeinde rund um die Cable Street die sich 1936 gegen einen Aufmarsch der BUF mit ihrem Vorsitzenden Oswald Mosley zur Wehr setzten („Battle of Cable Street")

Verwandte Subkulturen (bei CSB ist besser von Überscheidungen zu reden): Überschneidungen mit der Punk- und Skinhead-Szene, mitunter enge Kooperation mit Gruppen der RASH-Skins und der Antifa, zunehmend auch Überschneidungen mit Metal und Hip-Hop

Einstellung/Fokus:

  • Kulturarbeit für ein gesamtgesellschaftliches Engagememt, um den Kampf gegen Rassismus, Sexismus, Intoleranz und Antisemitismus voranzutreiben (vorwiegend Konzerte, aber auch Filmabende, Diskussionsrunden und Demonstrationen)
  • Überzeugungsarbeit statt Gewalt
  • ziviler Widerstand gegen ethnische, soziale, religiöse oder geschlechtsspezifische Diskriminierung
  • Kooperation mit dem politisch linken Spektrum
  • Authenzität durch Vorleben der Ideale, „Love Music - Hate Fascism"
  • Erwirtschaftung eines "sozialen Kapitals"
  • Hierarchie ist nicht erwünscht

Abgrenzung: gegen "rechts", Abneigung gegen rechte Skinheads und Punks, die mit Rechtsradikalen ihre Freizeit gestalten (spezifisch wegen der Überschneidung der Szenen Punk, Skinheads und CSB)

Splittergruppen: regionale Gruppierungen mit thematischen Schwerpunkten

innere Konflikte:

  • zwischen Anspruch auf zentralisierte Zusammenarbeit und der auf regionaler Ebene teils sehr eigenständig handelnen CSB-Gruppen
  • z.B. verzichtet Cable Street Erkelenz auf das "Beat", weil sie sich in der Kulturarbeit nicht vorwiegend auf Musikveranstaltungen konzentrieren wollen

bekannte Vertreter:

Musik: vor allem Punk, Ska und Oi, ferner Hip-Hop, Soul, Metal und Hardcore

Erscheinungsbild/Symbolik:

  • der Lifestyle orientiert sich an der Punk- und Skinhead-Szene, wobei ergänzend die antirassistische Haltung mit Symbolen unterstrichen wird
  • das Symbol von CSB (einem Sänger mit Irokesenhaarschnitt, Schlagzeuger mit Dreadlocks und einem Gitarristen mit Melonenhut)
  • Vermummungselemente auf Demonstrationen

typische Verhaltensmerkmale/Rituale:

  • dezentraler Aktionismus
  • Demonstrationen, Aktionen, Kampagnen
  • alltägliche Darstellung der Szenezugehörigkeit
  • weitestgehend friedlich
  • Anonymität wird aus Sicherheitsgründen gewährleistet (wegen Feindschaft zur rechten Szene)
  • „Happy-Happy-Trinken" (mit Schnaps nach einem Geheimrezept)
  • „Verwirrungstaktik" auf rechten Demos (ein CSB-ler mischt sich als rechter Skinhead unter die Menge und versucht mit verwirrenden Transparenten die Geschlossenheit der Nazis-Demonstration aufzulösen)
  • Nighter und Parties