Comic

Comic-Heft von 1938
Comic-Heft von 1938

Steckbrief Comic

Herkunftsland: USA (die Szene), das Comic selbst stammt wohl aus Genf (Rodolphe Töpffer)

Hochphase: es gab seit den späten 1930er Jahren mehrere Hochphasen, wobei sich die Comic-Szene weltweit verbreitet hat

Synonyme:

Außenbezeichnungen:

typische Vorurteile: jugendgefährdende Schundlektüre, gewaltverherrlichend, unkünstlerisch, dem Literarischen nicht würdig, realitätsfern, perverse Themen

Vorbilder: Wilhelm Busch, Rodolphe Töpffer (Goethe war einer seiner Leser), Feature Syndicates, US-amerikanische Comicindustrie

Verwandte Subkulturen: Anime-/ Manga-Fanszene, Rollenspieler

Einstellung/Fokus:

  • Comic als Kunst präsentieren
  • Synthese zwischen fesselnden Geschichten und künstlerischen Darstellungsformen
  • Comics oder Fanzines im Eigendruck herstellen
  • das eigene Projekt steht vor dem Konsum von Produkten der Comicindustrie
  • virtuose Kombinationen (künstlerische Freiheit bei Stilmitteln und Thema)
  • Inszenierung der eigenen Werke
  • Ablehnung von Zensur
  • gesellschaftliche Themen werden durch Comics indirekt hinterfragt
  • Brechung normativer Werte durch Ironie, Offenheit und Toleranz
  • Anregungen sind von der Community ausdrücklich erwünscht
  • Eröffnungen von neuen (wenn auch fiktiven) Räumen

Abgrenzung: das Publikum (ob Experte oder nicht) gehört aus Sicht der Zeichner nur bedingt zur Szene (Akteure bewahren eine distanzierende Haltung gegenüber dem Publikum), dennoch kann man als Außenstehender in Leser, Sammler und Zeichner untergleidern, keine Rivalität zu anderen Szenen

Splittergruppen: Manga- und US-Style / Genre-Gruppen Science-Fiction, Helden, Horror/Splatter, Fantasy und Action / Alben mit abgeschlossener Handlung und Serie / Leser, Sammler und Zeichner

innere Konflikte: Manga- und US-Style lassen sich kaum auf einander übertragen -> Spaltung der Szene

bekannte Vertreter: Marko Djurdjevic,

Musik: nicht Szene-tragend

Erscheinungsbild/Symbolik: im Grunde ist alles erlaubt, Klarsichtschutzhüllen

typische Verhaltensmerkmale/Rituale:

  • die Selbstdarstellung erfolgt überwiegend im Kontext der eigenen Fähigkeiten in Bezug auf Comic (das Privatleben ist kein relevanter Gesprächsinhalt)
  • die Szeneaktivität wird häufig mit der Berufsausübung kombiniert, um mehr Zeit in die Beschäftigung mit Comics zu investieren (Verlagswesen, Verkauf, Layout und Design)
  • ausgeprägte Feedback-Kultur im bevorzugten Kommunikationsmedium Internet (Chaträume, Foren, Bewertungen, Votings, Favoritenlisten)
  • Leserbriefe
  • Expertenwissen im jeweiligen Comic-Interessensbereich unabdingbar
  • Diskussionen über technische Fertigkeiten
  • Comicbörsen und -conventions
  • Signierstunden (das Publikum nimmt lange Wartezeiten in Kauf um eine Wertsteigerung der Comichefte zu realisieren)
  • Besuch von Comicläden werden selten als Szenetreffpunkt gewählt