Hip-Hop

Hip-Hop Doku "Wild Style"
Hip-Hop Doku "Wild Style" (DVD-Cover)

Hip-Hop ist eine höchst ambivalente Angelegenheit. Zerrissen zwischen den oft romantisierten Ursprüngen in der New Yorker Bronx und der von Außen herangetragenden Kommerzialisierung, zerrissen auch zwischen spannungsentladendene und gewaltanheizenden Interpretationen. "Lebensqualität trotz Geldmangel" war das Motto auf den ersten Block Parties. Bald wurden diese Bewegung mit dem Gangster Image konfrontiert. Sorgten die ersten Graffitis in Philadelphia noch für die Entspannung von Gewaltpotential, fachte das mit Tags ausgetragende "Territorial Pissing" der Gangs in Los Angeles eine Explosion der Brutalität an. Letztendlich sind es genau diese Spannungen, die den Hip-Hop so anziehend machen. Sowohl durch die Spannung an sich als auch durch die vielen Charakteristika, die sich aus ihr ergeben. Schließlich ist Hip-Hop heute weltweit in seinen verschiedensten Formen verbreitet.

Steckbrief Hip-Hop

Herkunftsland: USA / in der Bronx von New York City

Hochphase: aufgrund der schwierigen Ambivalenz innerhalb der Hip-Hop-Szene wird an dieser Stelle auf die Benennung einer Hochphase verzichtet. Es soll jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Block-Barty-Szene ihren Höhepunkt in den 1970er hatte.

Synonyme: Hip-Hopper

Außenbezeichnungen: Gangsta, Hopper, Rapper

typische Vorurteile: 

Vorbilder:  Griots (Westafrikanische Wanderer und Geschichtenerzähler), Toasts-Treffen, Scat-Gesang (Stimme imitiert Instrument), Lithurgie in afro-amerikanischen Kirchengemeinden, Blues, Jazz, Rhythm and Blues, Funk, Soul, Voice Instrumentals, Dirty Dozents, Talking Blues, Doo Wop, jamaikanische Sound-Systems, die Bürgerrechtsbewegung

Verwandte Subkulturen: Graffiti

Einstellung/Fokus:

  • Lebensqualität trotz Geldmangel
  • Romantisierung der Ghettokultur
  • Rap (MCing), Breakedance (B-Boying), DJing, Graffiti-Writing (zuerst in Philadelphia), Street fashion, Beatboxing
  • völlig gegensätzlich dazu wird eine andere Richtung verfolgt (inwieweit das dem Hip-Hop zugeschrieben werden kann, ist stark umstritten; siehe daher auch unter Gangsta): Unterwanderung der Gesellschaft durch Kriminalität, Prostitution, Droganhandel, Eigenjustiz, Gewaltverherrlichung, offener Sexismus, radikaler Kapitalismus, Verherrlichung von Prostitution

Abgrenzung: Der ursprüngliche Hip-Hop muss klar von der kommerzialisierten Richtung abgegrenzt werden. Eine begriffliche Unterscheidung liegt im alltäglichen Sprachgebrauch kaum vor. Die andeutungsweise sexistische, homophobe, gewalt- und drogenverherrlichende Prägung erhielt vorrangig von Außen und wenn dann nur vereinzelt durch die Block-Party-Szene in der New Yorker Bronx, auch wenn diese mitunter inzwischen romantisiert dargestellt wird. Besonders das Gangster Image ist durch kommerzialisierte Projekte (Producing) in die Subkultur reingetragen worden.

Splittergruppen:

innere Konflikte:

bekannte Vertreter:

Musik: Hip-Hop, Eastcoast-Hip-Hop, Westcoast-Hip-Hop, G-Funk, Down South, Bass Music, Ghetto Tech, Miami Bass, Rio Funk, Crunk, Rap, Gangsta-Rap, Trip Hop, Britcore, Horrorcore oder Screw

Erscheinungsbild/Symbolik (ein Großteil ist durch die Kommerzialisierung überspitzt, überbetont und in gegensätzliche Richtungen gelenkt worden): Ghettoblaster (als Soundsystem), der Kleidungsstyl ist betont lässig, viele Kleidungsstücke sind dem Sport entlehnt worden, Beispiele: sehr weite, tiefsitzende Hosen (Baggy Pants), Trikots (vornehmlich vom Basketball), Kapuzenpullover (Hoodies), oversized Sportanzüge, auffällige Logos, Basecaps, Wollmützen, Sneaker, Basketballschuhe, Lederboots, ausgefallene Accessoires

typische Verhaltensmerkmale/Rituale (inwieweit das gewaltbereite, sexistische und auswuchernd kapitalistische Gehabe dem Hip-Hop zuzuordnen ist, ist nicht klar zu beantworten):

  • Block Parties mittels Soundsystemen (auf der Straße, in Fabrikgebäuden, Parkplätzen, in ganzen Wohnblöcken)
  • ausgelassen
  • Battle-Raps (Anfangs wurden DJing durch "anheizende" Zwischenrufe (MCing) unterstütz, daraus entstand der Rap --> Rap-Battle