Warez-Szene

Steckbrief Warez-Szene

Herkunftsland: 

Hochphase: um 1985 bis heute

Synonyme: 

Außenbezeichnungen: Raubkopierer

typische Vorurteile:

Vorbilder: Phreaker, Bulletin Board Systeme

Verwandte Subkulturen: LAN-Gaming, Demoszene, Phreaker

Einstellung/Fokus:

  • die nichtkommerzielle Verbreitung von kostenloser Software (Programme, Musik, Filme, Games, Bücher, Zeitschriften)
  • Informationsfreiheit gewährleisten
  • gegen Patente auf geistiges und virtuelles Eigentum
  • Kampf gegen die profitgierige Unterhaltungsindustrie 

Abgrenzung:

Splittergruppen:

  • Supplier (Insider, Beta-Tester, Angestellte) beliefert Release-Gruppen (Anbieter)
  • Release-Gruppen bedienen Leecher (Sauger, Konsumenten)
  • Leecher können noch einmal in die FXP- und in die Filesharing-Szene unterteilt werden
  • neben der Web-Warez-Szene (öffentlich zugänglich) existieren auch Gruppen, die Software nicht über das Internet verbreiten

innere Konflikte: das Konkurrenzdenken zwischen den Release-Gruppen ist in der Regel durch respektvolle Rivalität geprägt, führt jedoch hin und wieder zu Konflikten (z.B. Diebstahl, Hacker-Angriffe)

bekannte Vertreter: Razor1911, Myth, Class, Elite (alles Release-Gruppen, Maktone (bekannt für seine Chiptunes = musikalische Unterlegung der Cracktos)

Musik: bis auf die Chiptunes nicht Szene-tragend

Erscheinungsbild/Symbolik: das @, Totenschädel (für digitale Piraterie), Warez-Seiten (Börsen für Raubkopien), Intros und Cracktros (aufwendig gestallteter Vorspann, Nfos (ästhetisch gestaltete Text-Dateien), 

typische Verhaltensmerkmale/Rituale:

  • Bewahrung der Anonymität
  • Kommunikation in nicht-öffentlichen Chat-Räumenoder Foren
  • wer das Enquipment und Know-How besitzt, kann an der Warez-Szene teilnehmen
  • Release-Gruppen betrachten das schnelle zur Verfügung stellen von aktuellen Produkten (das Release) als Wettkampf (Leecher honorieren die Schnellsten und Zuverlässigsten)
  • im Vorfeld werden bereits Previews erstellt, um die Spannung zu steigern
  • das kriminelle Handeln ermöglicht keine öffentlichen Event
  • Hausdurchsuchungen entwickeln sich in der Szene häufig zu digitalen Spektakel
  • ein bestehender Codex untersagt den Verrat an die Justiz und unkollegiales Verhalten (Mitglieder der Szene, die gegen den Codex verstossen oder sich kommerziell bereichern wollen, werden der Strafverfolgung ausgesetzt/angeprangert)
  • hohe Loyalität innerhalb einer Release-Gruppe
  • Diskussionen über die besten Quellen ergänzt durch Voting-Listen auf neutralen Seiten